Viele Menschen möchten, dass ihr
Hund "aufs Wort folgt".
Da sind schon zwei Irrtümer enthalten. "Worte" zu verstehen, muss ihm erst
gelernt werden und was "das Folgen" anbelangt, geschieht das bei den
Welpen aus Überlebenswillen und nicht aus menschlichem, ja strengem
Gehorsam. Sie folgen ihrer Hundemutter um etwas zu lernen und um Gefahren
aus dem Wege zu gehen - Sie vertrauen Ihr. Das sind die einzigen
biologischen Prinzipien des Folgens. Wenn Menschen blinden Gehorsam
einfordern, ist nur Missverständnis die Folge. Man muss die Hunde dazu
bringen das sie ihrem Menschen gerne "folgen", indem sie sich sicher und
behütet fühlen.
Das geht nur wenn der Hund vertrauen zu seinem Menschen hat ..... und das
wiederum bekommt der Hund nicht wenn sein Mensch sich nicht dem
entsprechend benimmt.
Das heißt nicht guzzi guzzi, denn das würde ein Leittier nie machen.
Schauen sie sich einen Film von einem Wolfsrudel an. Das Leittier ist das
Leittier weil es sich nicht benimmt wie eine Großmutter die zum ersten mal
ihr Enkelkind sieht! Nichts gegen Großmütter ich mochte meine sehr gerne
aber wir reden hier von Hunden und nicht von Menschen. Sie sollten auch
wie solche behandelt werden. Das heißt nur Ruhe, Konsequenz und
Selbstsicherheit Ihrerseits geben dem Hund das Gefühl das er ihnen
Vertrauen also auch folgen kann.
Er tut es dann freiwillig und vor allen dingen gerne.
Wenn zum Beispiel der Hund in eine für ihn bedrohlichen Situation gerät,
wird der Hund seinem Instinkt folgen.
Wenn er in dem Moment seinem Menschen nicht vertraut wird er selber
entscheiden
und das geht meistens nicht gut.
Stellen sie sich vor sie haben schreckliche Angst und ihr Begleiter gibt
Ihnen nicht das Gefühl der Sicherheit - bleiben sie dann bei ihm und
warten auf ihren Untergang? Nein! Sie versuchen das Beste aus der
Situation zu machen und entscheiden selber.
Wir müssen also versuchen den Hund zu verstehen, seine Sprache und seine
Signale deuten lernen.
Wir wandern ja auch nicht nach China aus und lernen diese Sprache nicht.
Und das wichtigste was wir nie vergessen dürfen : Der Hund ist kein
Mensch! Er hat das Recht auf eine Artgerechte Behandlung! Er ist auch
nicht ihr Kind. Sie dürfen ihn Lieben als wäre es ihr Kind,
aber wenn sie ihren Hund lieben, hat er es dann nicht verdient so zu Leben
wie es seine
Spezies seit Jahrhunderten tut???
Wir piseln ja auch nicht in den Garten oder jagen beim Spazieren gehen
Nachbars Katze.
Das soll uns sagen das wir uns zwar toll fühlen wenn wir den Hund
"vermenschlichen"
aber der Hund mag das ganz und gar nicht! Er kommt damit nicht zurecht!
Sie kennen das sicher wenn sie Heim kommen und der Hund sich die Seele aus
dem Leib bellt und nicht zu beruhigen ist. Wahrscheinlich hat er noch
ihren Schuh gefressen und die Wohnung umgebaut.
Was denken sie wenn sie den Hund so vorfinden? Ich weiß es : Er ist sauer
weil er alleine bleiben muß,- er hat Verlustängste, oder er ist nicht
erzogen.......... Falsch!
Die meisten Hunde die so was machen sind nichts von dem was ich aufgezählt
habe. Sie bekommen vom Frauchen oder Herrchen signalisiert das Frauchen
oder Herrchen nicht in der Lage sind das Rudel anzuführen, also übernimmt
der Hund die Führung. Soweit so gut. Das geht auch meistens gut, zumindest
solange alle zusammen sind denn der Hund kann die Aufgabe die ihm vom
Herrchen aufgetragen wurde ja auch wahrnehmen kann.
Und dann geht das Herrchen und der Hund kann seine Aufgaben eben nicht
mehr erfüllen.
Wie soll er denn auf sie aufpassen wenn sie gehen und der Hund bleibt
zurück?
Das Ergebnis kennen wir alle. Der Hund bellt um sie wieder zu finden, sie
zu rufen. Das annagen von Gegenständen lindert seinen Schmerz und die
Sorge um das Herrchen.
(Das ist übrigens bewiesen das das zerbeißen bei Hunden den Schmerz
lindert.)
Das ist jetzt nur ein Beispiel.
Sehen sie was sie ihrem Hund antun wenn sie ihm nicht mal ansatzweise
ein
Artgerechtes Leben bieten. Kauft man sich heute eine Schlange, bekommt
man erklärt auf was es ankommt. Warum macht sich keiner mehr die Arbeit
das Wesen des Hundes zu verstehen?
Ganz unten ist die Rudelhaltung wie wir sie praktizieren beschrieben.
Ich hoffe das hilft euch weiter.
In den letzten Jahren hat sich, was die Hunderziehung angeht so viel
geändert.
Alle neuen Dinge nimmt der Mensch dankend an, nur was den Umgang mit
Tieren also speziell mit
Hunden und auch Pferden angeht bleibt er stur der alten Schule treu! Es
könnte alles so einfach sein!
Das ist für mich nicht zu verstehen. Man könnte ein angenehmes und
unkompliziertes Verhältnis zu seinem Hund haben und nimmt dieses "neue"
aber nicht an weil man diese Art von Erziehung nicht kennt.
Was der Bauer nicht kennt isst er nicht.......
Das sind dann genau die Hunde die im Tierheim landen weil sie "nicht
sozial" oder nicht "umgänglich" oder "nicht sauber" sind. Es sind aber
nicht die Hunde die Probleme machen, sondern Menschen
die durch Missverständnisse ihre Hunde auf den falschen Weg gebracht
haben!
Ein weiteres Problem: Viele Besitzer von Kleinhunden meinen, ihr Hund
müsse nichts lernen, nichts können. Er ist ja klein was kann er schon groß
anstellen? Das ist so, wie wenn kleinwüchsige Menschen nichts lernen
dürften. Jeder Hund hat Bedürfnisse, er will gefordert werden! Diese
Bedürfnisse sind von Hund zu Hund anders!
Ein anderes Vorurteil, ein bequemes: Einmal gelernt, ewig intus? - Irrtum
-. Ausgenommen sehr leichtführige Hunde, die "blind" gehorsam sind.
Bei selbstbewussten und eigenwilligen Hundetypen muss ein Leben lang immer
wieder mal die Rangordnung gefestigt, bestätigt oder korrigiert werden.
Wie im richtigen Wolfsleben.
Nun aber zurück zu den "Neuen Methoden" der Hundeerziehung.......
Mir ist das Umstellen vom "Alten" zum "Neuen" auch sehr schwer gefallen.
Der ungewohnte Umgang mit meinen beiden Hunden war für mich schrecklich
...... wohlgemerkt für mich!
Die beiden dagegen haben sofort begriffen um was es geht, sie waren in
ihrem Element. Das war ihr Ding - das kannten sie, sie spürten ihren
Instinkt. Sie verstanden was ich wollte (da hatte ich noch nichts
verstanden) ! Von Tag zu Tag wurden sie Ruhiger und Ausgeglichener. Das
ist besonders bei Kiara meiner Angstbeißerin aufgefallen. Sie war nicht
mehr so unsicher, wurde zusehends selbstbewusster - hörte auf mit dem
Angstpiseln.
Da wusste ich das es der richtige Weg war. Das ist auch heute noch unser
Weg. Unser Auffangstation befindet sich in einem Reihenmittelhaus und wir
hatten noch keine Beschwerden. Die Hunde sind ruhig - keine Beißereien,
kein unnötiges Kläffen. Die Hunde leben bei uns im Rudel. Sie haben ihren
Platz im Leben, der ihnen Sicherheit gibt - und uns ausgeglichene Hunde.
Wir müssen lernen wie der Hund
zu denken, und nicht erwarten
das der Hund wie ein Mensch denkt.
Was wir empfehlen können, sind die Bücher
von : Jan Fennell
Viel Spaß beim Lesen! Ihr werdet
staunen wie oft ihr euren Hund schon falsch oder gar nicht verstanden
habt! Seine Signale falsch gedeutet habt. Und wie oft es auf euren Hund
zutrifft, das er euch gar nicht richtig verstehen konnte.
Jan Fennell ist quasi der Monty
Roberts der Hunde.
Diese Bücher waren für uns ein Geschenk des Himmels!
Karina Wüst

Rudelhaltung
Happy und Kiara
1.) Kommen und gehen :
Weder beim kommen
begrüßen noch beim gehen verabschieden.
Das ist nicht weil wir
so böse sind, sondern weil das Leittier im Rudel das nicht tut und damit
auch seine Position immer wieder bestätigt!
Die Begrüßung soll auch
nicht ausfallen sondern verschiebt sich so weit nach hinten bis der Hund
sich beruhigt hat. Er sollte entspannt liegen und dann wird er abgerufen.
Das kann auch mal dauern! Mal 5 Minuten aber auch eine Stunde. Das hängt
vom Hund und Karakter ab.
In dieser Zeit den Hund einfach ignorieren, das heißt: kein Blickkontakt,
kein sprechen, keine Berührung. Wichtig ist das nicht sprechen! Auch ein „
du bist aber böse“ würde den Hund im handeln bestätigen da er den wortlaut
nicht versteht und mit seinem Handeln erreicht hätte das man reagiert. Du,
also das Leittier bestimmt die länge der Begrüßung und du beendest sie
auch wieder!
2.) Fressen:
Das Futter hinstellen,
verlässt der Hund die Futterstelle hat er nach den Regeln des Rudels die
Futterstelle frei gegeben! Im Hunderudel würde das bedeuten das der
Rangniedrigere frisst. da es den in eurem Rudel nicht gibt, nimmt man das
Futter weg!
Auch nie den Napf den
ganzen Tag mit Inhalt stehen lassen. Das ist wichtig denn das Leittier
verwaltet das Futter und wenn es am Boden steht geben wir dem Hund die
Leittier Position ab da er das Futter verwalten darf! Wenn möglich sollte
der Hund nach den Menschen essen.
Es hat schon Hunde gegeben die fast verhungert wären weil sie ihr Futter
nicht angerührt haben. Das würde für den Hund bedeuten - Futter weg =
Leittier Position weg!
3.) Kuscheln und
Spielen:
Das
Leittier bestimmt Zeitpunkt und Dauer!!!!
Das heißt für uns Menschen das wir bestimmen wann
gekuschelt und gespielt wird.
Der Hund muss auf nichts verzichten, wir legen nur den Zeitpunkt fest!
Das heiß aber auch das wir nicht reagieren wenn der Hund uns zu
einem der beiden Dinge auffordert, also wenn der Hund den Kopf auf den
Schoß legt oder stupst, einen Ball von sich aus bringt ignorieren wir das.
Der Hund muss aber nicht verzichten was wir auch nicht wollen, sondern das
ganze verschiebt sich einfach nur nach hinten. Es gilt wieder die selbe
Regel wie oben:
In dieser Zeit den
Hund einfach ignorieren, das heißt: kein Blickkontakt, kein sprechen,
keine Berührung. Ganz ruhig wegschieben, ihm sanft aber bestimmt zeigen
das wir das nicht wollen! Wichtig ist auch hier das nicht sprechen! Auch
ein „ du bist aber böse“ würde den Hund im handeln bestätigen da er den
wortlaut nicht versteht und mit seinem handeln erreicht hätte das man
reagiert. Du, also das Leittier bestimmt!
Diese Regel
wiederholt sich immer wieder!!!! Ohne sie kommen wir nicht weiter!
4.) Fehlverhalten:
Grundvorrausetzung ist
den Hund zu erwischen. Der richtige Moment ist ausschlaggebend!
Wir haben Zeitungen die wir in dem Moment wo der Hund etwas annagt, piselt,
klaut in reichweite liegen und hauen nach Möglichkeit ohne das der Hund
das sieht auf den Tisch, auf den Boden – irgendwo hin wo es krach macht!
Wir reden nicht! Der Hund soll sich erschrecken aber das nicht so das er
einen Herzinfarkt bekommt. Er soll aufmerksam werden, merken das er sich
gerade falsch verhält!
Wenn er das nicht versteht, was oft was damit zu tun hat das er sich die
Leittier Position aneignen will, wird der Hund aus dem Menschlichen Rudel
ausgeschlossen.
Das würde ihm im Hunde Rudel auch passieren.
Wir nehmen den Hund Wortlos am Halsband und bringen ihn in einen
anderen Raum. Die dauer des Ausschließens ist von Hund zu Hund
unterschiedlich.
10 Minuten sollten es aber mindestens sein. Dann wird der Hund Wortlos
wieder raus gelassen. Der Hund weiß Instinktiv das er ohne sein Rudel
nicht überleben würde und reagiert laut unserer Erfahrung sehr positiv!
Und ganz wichtig:
Niemals schreiend oder aufbrausend dem Hund gegenüber treten (ich
weiß ist leichter gesagt als getan). Der Hund wird dich dann nicht mehr
erst nehmen da sich so ein Leittier niemals benehmen würde.
Dem Hund sagen wir damit: Ich bin im Moment nicht in der Lage das Rudel zu
führen! Ich bin jetzt kein gutes Leittier! Bitte übernimm du die Führung!
Und jetzt haben wir ein richtiges Problem ..... einen Hund der Mist baut
und das wir die Leittier Funktion verloren haben. Schimmer geht fast
nicht!!!!
Also bis 3 zählen und ruhig bleiben!!!!!!!!!!! :o)
Für gutes
Verhalten egal wie klein es für uns erscheint wird der Hund gelobt, und
das sehr überschwänglich! Für den Hund sind diese "kleinen" Dinge meist
Riesen Schritte!
Hier gilt - Lob motiviert -
Strafe blockiert
5.) Das
Haus mit Hund verlassen:
Wir führen die Jagt an! Das heißt wir verlassen vor dem Hund das Haus.
Für den Hund sieht das so aus das wir schauen das die Luft rein ist, es
sind keine Feinde da!
Er kann uns vertrauen weil wir uns richtig verhalten.
Beim Spaziergang selbstbewusst verhalten! Wenn der Hund unsicher ist
braucht er jemanden der ihm zeigt das keine Gefahr besteht. Das erreichen
wir durch weiterlaufen wenn der Hund verunsichert stehen bleibt. Bitte
nicht hinter her ziehen aber auch nicht stehen bleiben. wenn wir sicher
sind ist es der Hund auch. Wir sagen ihm damit: Hier ist keine Gefahr, du
kannst mir vertrauen. Wenn ich stehen bleiben würde wäre ich für den Hund
genauso unsicher wie er selbst......an wem soll er sich jetzt orientieren?
Und wieder bin ich meine Leittierfunktion los!
Wenn der Hund eine für ihn brenzlige Situation meistert wächst auch sein
Selbstbewusstsein.
Er wächst mit seinen Aufgaben. Wie bei uns Menschen auch. Und nie das
Loben vergessen!
Es muss ja wissen was er richtig macht, denn der Hund hat andere
Vorstellungen von richtig und falsch!
Zum Beispiel: ich rufe den Hund und er dreht den Kopf oder spitzt die
Ohren - da sollten wir schon loben und darauf wird dann das kommen
aufgebaut. Man fängt klein an und arbeitet sich mit dem Hund rauf.
In der Regel ist es so das der Mensch schreiend auf der Wiese steht weil
der Hund nicht kommt.
Und was macht der Hund? Er kommt ganz langsam auf seinen Menschen zu,
schnüffelt ein bisschen hier und da. Das ganze macht er für den Menschen
in gefühlter Zeitlupe! Den Menschen macht dieses Verhalten rasend und
damit macht er das ganze nur noch schlimmer.
Dann setzt sich der Hund hin und dreht seinem Menschen den Rücken zu......
der Mensch steht kurz vor dem platzen!
Würden diese Menschen die Körpersprache des Hundes kennen, dann würden sie
wissen das der langsame Gang und das schnüffeln am Boden und das hinsetzen
die Reaktion des Hundes auf das schreien des Menschen ist. Es ist ein
ganz natürliches Beschwichtigungs- Signal. Er will sie beruhigen, um so
langsamer er geht um so mehr versucht er sie zu beruhigen. Das ist für den
Hund ein ganz normales Verhalten.
Und niemals schimpfen denn warum sollte der Hund dann kommen?
Der Mensch muss es nur noch verstehen!
Das zum Thema seinen Hund verstehen....... zurück zum Thema:
Auf dem Rückweg geht der Hund voraus und wir als letzte!
Wir schauen also das uns keine "Feinde" verfolgen.
Gebt eurem Hund die Möglichkeit ein Hund
zu sein, seinen Platz im Leben zu finden! Das sind wir ihm schuldig!
Nehmt ihm die Last ein Leittier zu sein, denn die meisten Hunde sind damit
überfordert!
Jeder ist seines Glückes Schmied! Das gilt auch für den glücklichen Hund!
Jeder könnte einen haben.
Ein Stück des Weges kennt ihr jetzt.
Ganz wichtig, um so unsicherer der Hund ist, um so wichtiger
ist es sich zu 110 % an diese Regeln zu halten!
Auch Hunde die oft den Besitzer gewechselt haben und unter Verlust Ängsten
leiden brauchen besonders viel Sicherheit die ihnen die Rudelhaltung
geben kann!
Und bitte falls ich zu direkt war tut mir das
leid,
aber unsere Tierheime wären nicht voll wenn jeder das Tier "HUND" etwas
ernster nehmen würde.
Dieses Thema ist zu wichtig denn wenn was schief geht ist der Mensch
Schuld
und der Hund der Leittragende!!!! Denn leider kann sich jeder jederzeit
einen neuen "besten Freund" besorgen.
(Unser Benno ist so ein Fall.
Die Besitzer haben bereits einen neuen Hund und Benno sitzt hier
und beißt was in seine Nähe kommt. Er wurde einfach abgeschoben!!!
Benno ist übrigens ein Trennungskind. Er kam damit wohl nicht klar und
fing an zu beißen.)
Wenn es
noch Fragen gibt stehen wir natürlich immer zu Verfügung!
Karina
Wüst